“»Autonomie, wie sie selbstschöpferische Ironiker von der Art Nietzsches, Derridas oder Foucaults suchen, könnte nie von sozialen Institutionen verwirklicht werden. Autonomie ist nichts, was alle Menschen tief in ihrem Inneren hätten; es ist etwas, was bestimmte besondere Menschen durch Selbsterschaffung zu erreichen hoffen und einige von ihnen tatsächlich erreichen. Sie hat keine Bedeutung für den Wunsch der Liberalen, Grausamkeit und Schmerz zu vermeiden.«”
— Richard Rorty, Kontingenz, Ironie und Solidarität, Frankfurt am Main 1992, S. 115. (via edsminorplace)
4:14 am • 12 September 2011 • 14 notes
“Flauberts Orientreise wäre beinahe durch diese andere Graffiti-Erfahrung entgleist. Was könnte dümmer sein als jene bêtise sublime, in Großbuchstaben den eigenen Namen auf die Säule des Pompejus einzuritzen? … Wenn man kein kompletter Trottel ist, dann verläßt man diese Erde in der Ungewißheit über den eigenen Namen: man bleibt dumm, was seinen Bestimmungsort angeht. Thompson jedoch, sein Name war ihm sicher, für immer. … Antworten, wo keine Antwort verlangt wird, sei es durch das Eingravieren riesiger, kindlich wirkender Buchstaben in eine alexandrinische Säule oder - das ist nicht weit davon entfernt - auf den Ruf Gottes antworten, so als wärest du das einzige Wesen, das dazu aufgerufen ist (Kafkas Abraham) - das sind Reflexe der Dummheit.”
— Avital Ronell: Dummheit
4:09 am • 12 September 2011